Götz, Richard

männlich 1905 - 1945  (40 Jahre)


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  • Name Götz, Richard  [1
    Geboren 16 Jan 1905  München, Oberbayern, Bayern, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Hilfsarbeiter / Gefreiter 
    Religion protestantisch 
    Gestorben 14 Nov 1945  Werchnedwinsk, Drissa (Düna) Polozk (Palozk), Weißrussland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I354037  ADLER-Namensindex | Familie Jung (übermittelt von Ingrid und Rainer Jung)
    Zuletzt bearbeitet am 12 Jul 2014 

  • Ereignis-Karte
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Notizen 
    • 1. Offen / Suche
      Grabsuche Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Mai 2014 angeschrieben, in OP-Liste auf Januar 2016 vermerkt.

      2. Anmerkungen zu Geburt / Taufe (aus Dokument)
      keine

      3. Anmerkungen aus Trauung (aus Dokument)
      Hochzeitsfeier in Gaststätte „Zum Wilden Mann“, München-Ramersdorf

      4. Anmerkungen zu Tod (aus Dokument)
      lt. VdK: lt. Urkunde 1892/1950 Standesamt München vom 8.8.1950 vorher wohnhaft München, Senserstraße 18, Toderklärung aufgrund der Nachricht der deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht in Berlin (WaST) Werchnedwinsk - Belarus (Weißrussland)
      Richard Götz wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt oder konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Werchnedwinsk – Belarus
      Der Volksbund ist bemüht, auf der Grundlage von Kriegsgräberabkommen die Gräber der deutschen Soldaten zu finden und ihnen auf Dauer gesicherte Ruhestätten zu geben. Wir hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft auch das Grab Ihres Angehörigen zu finden und seine Gebeine auf einen Soldatenfriedhof überführen zu können.

      am 15.5.2014 erneut bei Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge online abgefragt
      Richard Götz wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt. Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Werchnedwinsk - Belarus

      5. Anmerkungen zu weiteren Anlässen / Lebenssituationen (aus Dokumenten)
      war 1944 auf Heimaturlaub bei seiner Familie (Maria Götz und Kinder Ingeborg, Elfriede und Richard) in Oberneukirchen. Dort wurde der Sohn Peter gezeugt. Der Bauer Johann Maier wollte ihn verstecken, weil sowieso bald alles vorbei ist. Er hatte aber Angst und ist zur Heeresgruppe Nord in Russland zurück.

      6. Zusätzliche persönliche Daten, Rufnamen
      nichts bekannt

      7. Schulische / Berufliche Aus- / Weiterbildung / Studium
      zu Schule nichts bekannt, ging dann zum Geldverdienen gleich als Hilfsarbeiter zum Arbeiten.

      8. Beruflicher Werdegang incl. Wehrdienst / Zivildienst etc.
      war Hilfsarbeiter in einer Brauerei an der Abfüllmaschine, evtl. die Kochel-Brauerei, Mai-Bräu, Eberl-Faber-Brauerei.

      Gefreiter (Jahrgang 1924 da war er 19 Jahre alt) an der Ostfront evtl. zuerst RAD dann wohl Infanterie-Feldausbildungsregiments 719

      Exkurs:
      Während der 1930er Jahre bekommt Barawucha durch kasernenartige Bauten den Charakter einer städtischen Siedlung. 1941 fällt Barawucha, nach schweren Kämpfen, in deutsche Hand. Der kasernenartige Komplex (StaLag 354 bezeichnet) wird u.a. genutzt als Kriegsgefangenenlager für sowjetischen Soldaten, vom Herbst 1942 bis Frühjahr 1943 zunächst als Unterkunft für aus dem Frontbereich hierher zusammengezogene RAD-Abteilungen, deren Mannschaften, alles Angehörige des Jahrganges 1924, den Grundstock des neu aufgestellten Infanterie-Feldausbildungsregiments 719 bildeten.

      Feldausbildungs-Regiment (Wehrmacht) Infanterie = Als Infanterie oder Fußtruppe bezeichnet man sich zu Fuß bewegende und kämpfende, mit Handwaffen ausgerüstete Soldaten der Bodenstreitkräfte.


      Bei den Feldausbildungsregimentern handelte es sich um Einheiten des Heeres in der Wehrmacht, und zwar ausschließlich um Infanterieregimenter. Sie wurden im Herbst 1942 in den besetzten Gebieten der Sowjetunion aufgestellt. Rekrutiert wurden sie (nur) aus den dienstpflichtigen Arbeitsmännern der dort eingesetzten Einheiten des Reichsarbeitsdienstes, deren sechsmonatige Arbeitsdienstpflicht während des Einsatzes an der Ostfront endete. Die Übernahme ins Heer erfolgte für diese geschlossen in der Weise, dass die braune Uniform während der Entlausung gegen den Grauen Rock getauscht wurde.
      Bei den übernommenen RAD-Dienstpflichtigen handelte es sich ausschließlich um Angehörige des Jahrganges 1924, die zuvor unmittelbar hinter der Front zu Schanzarbeiten, beim Wegebau (Knüppeldämme, Schneisenschlagen) und anderen militärisch mehr oder weniger nützlichen Aufgaben eingesetzt worden waren und dabei gelegentlich verlustreiche Feindberührung hatten. Die Präsenz der Feldausbildungsregimenter diente der Stabilisierung der besetzten rückwärtigen Gebiete, die durch zunehmend stärker werdende Partisaneneinheiten gefährdet war.
      Eines dieser Regimenter, das Infanterie-Feldausbildungs-Regiment 719, wurde in der weißrussischen Ortschaft Barawucha (Боровуха) nahe Polozk an der Bahnlinie nach Dünaburg aufgestellt, ein anderes das Feldausbildungsregiment 636 in Tschaussy (чауссы).
      Zur Unterscheidung gegenüber anderen Einheiten der Wehrmacht wurde in die Erkennungsmarken der so Rekrutierten ein F eingestanzt – z. B. „Inf./ F / Ausb.Rgt“ – Infanterie-Feldausbildungs-Regiment.



      Erkennungsmarke von Wehrmachtsangehörigen während des Zweiten Weltkrieges. hier für den Soldaten D.S., ausgegeben im Oktober 1942 in Barawucha bei Polozk, heute Belarus, Gebiet Witebsk.

      Die Markierung - 7. Jnf./F / Ausb. Rgt.719 - Nr. 94 0 bedeutet: 7. Kompanie Feldausbildungs-Regiment 719 – Register Nr. 94 – Blutgruppe 0.
      Die Erkennungsmarke (im Landserjargon: Hundemarke) hatte jeder Soldat am Band um den Hals zu tragen. Der untere Teil der Marke war im Todesfall abzubrechen und bei der Einheit abzugeben, der andere Teil blieb am Toten / Gefallenen zu dessen Identifizierung. Feldausbildungs-Regiment - weil die Rekrutenausbildung in Gegensatz zur bisherigen Usance nicht im Reichsgebiet, sondern im besetzten Feindgebiet erfolgte. Zugleich wurde dadurch eine gewisse Sicherung gegen die in diesem Bereich des Hinterlandes zahlreich wirkenden Partisanen erreicht.





      9. Ausland/ Sprachen / Dialekte / Besonderheiten
      keine bekannt

      10. Interessen und Hobbys
      keine bekannt

      11. Verbunden mit Personen des öffentlichen Lebens
      keine bekannt

      12. Gesetzliche Wohnsitze
      1905 bei den Eltern in München, Senserstraße 18/ 4 oder 18/2
      1931 nach der Heirat in München, Senserstraße 18/1

      13. Ortslokalisierung / Exkurs
      München-Sendling, Oberneukirchen Lkr. Mühldorf / Inn

      Verhnedvinsk (Werchnedwinsk) ist eine kleine Stadt (Kreisstadt) mit etwa 8000 Einwohnern im Nordosten Weißrusslands im Gebiet Witebsk"
      Werchnjadswinsk (weißrussisch Верхнядзвінск; russisch Верхнедвинск) ist eine Stadt in der Wizebskaja Woblasz in Weißrussland. Sie liegt am rechten Ufer der Düna und ist administratives Zentrum des gleichnamigen Rajons. Die Stadt zählt 7900 Einwohner (2004).
      Die Stadt wurde 1386 zum ersten Mal als Drissa erwähnt. Im Mittelalter gehörte sie zum Großfürstentum Litauen. Später kam Drissa zum Russischen Reich und wurde 1801 Verwaltungszentrum eines Ujesds des Gouvernements Witebsk.
      1924 wurde Drissa Zentrum eines Rajons. 1962 erfolgte die Umbenennung von Stadt und Rajon in Werchnjadswinsk. Der alte Name entsprach dem des bei der Stadt von rechts in die Düna mündenden Flüsschens, der heutige steht im Weißrussischen wie im Russischen etwa für Obere Dünastadt.

      Drysa ist ein Fluss und liegt in Weißrussland, die Stadt Poloczk wird Polozk oder Polazk geschrieben und liegt an der Düna
      Polazk bzw. Polozk (weißrussisch Полацк/Polazk oder Полацак/Polazak, russisch Полоцк/Polozk, polnisch Połock) ist die älteste Stadt Weißrusslands. Sie liegt im Norden des Landes an der Düna in der Wizebskaja Woblasz und ist Hauptstadt des Rajon Polazk. Die Bevölkerungszahl beträgt 86.800 Einwohner (2004).

      Barawucha (beloruss. Боравуха, russ. Боровуха) ist eine städtische Ansiedlung in Weißrussland, etwa 10 km nordwestlich von Polozk, unweit der Düna gelegen (Lage ♁55° 35′ N, 28° 35′ OKoordinaten: 55° 35′ N, 28° 35′ O | | ). Mit Nowopolozk bildet der Ort jetzt eine Verwaltungseinheit.
      1812 wird der Ort erstmals genannt, 1866, bei der Errichtung der Eisenbahnverbindung Witebsk – Polozk, erhält der Ort eine Bahnstation.

      Polazk wurde im Zuge des Russlandfeldzuges im Zweiten Weltkrieg am 30. Juni 1941 von der deutschen Wehrmacht erobert. Zu diesem Zeitpunkt lebten in der Stadt etwa 45.000 Menschen, von denen etwa 60 % weißrussische Juden waren. Viele wurden im Holocaust ermordet. Nur 551 Polazker Juden lebten nach Kriegsende noch in der Stadt. Im Sommer 1944 wurde die Stadt durch die Kämpfe während der Operation Bagration zu über 90 % zerstört. Am 6. Juli 1944 wurde Polazk nach tagelangen Kämpfen befreit. Nach dem Krieg wurde die Stadt von den überlebenden Bewohnern neu aufgebaut.

      Polozk Vernichtung
      Die Kampfgruppe von Gottberg war ein nach ihrem Kommandeur SS-Brigadeführer Curt von Gottberg benannter, hauptsächlich aus SS-, Polizei- und Waffen-SS-Einheiten bestehender Ad-hoc-Verband, der von November 1942 bis zum August 1944 vorgeblich zur Partisanenbekämpfung während des Deutsch-Sowjetischen Krieges in Weißrussland eingesetzt wurde. Darüber hinaus sollte die Kampfgruppe von Gottberg die Aufgaben der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD übernehmen und verbleibende Juuden ermorden oder in die Vernichtungslager deportieren. Tatsächlich entvölkerte die Kampfgruppe von Gottberg ganze Landstriche Weißrusslands nahezu komplett. Die Einheiten der Kampfgruppe von Gottberg, der auch das SS-Sonderbataillon Dirlewanger und ab Herbst 1943 die Kaminski-Brigade angegliedert wurden, zeichneten sich durch besondere Grausamkeit aus und sind für die Ermordung zehntausender weißrussischer Zivilisten verantwortlich. Nach der sowjetischen Rückeroberung Weißrusslands im Zuge der Offensive Operation Bagration spielten sie eine Hauptrolle bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands im August 1944.

      Besonders schlimm wütete das zusammen mit der Kampfgruppe eingesetzte Sonderbataillon Dirlewanger. Von Gottberg bemerkte hierzu in dem Einsatzbericht für das Unternehmen „Cottbus“, das die Kampfgruppe vom 25. Mai 1943 bis zum 23. Juni 1943 zusammen mit der 286. Sicherungs-Division durchführte:[13]
      Wenn bei 4500 Feindtoten nur 492 Gewehre erbeutet wurden, dann zeigt dieser Unterschied, daß sich auch unter diesen Feindtoten zahlreiche Bauern des Landes befinden. Besonders das Bataillon Dirlewanger ist dafür bekannt, daß es zahlreiche Menschenleben vernichtet. Unter den 5000 Bandenverdächtigen, die erschossen wurden, befinden sich zahlreiche Frauen und Kinder. […]“



      14. Für Recherchen wichtige Notizen
      keine erforderlich

      15. Was fällt mir noch ein, Geschichten, Anekdoten

      16. Wirtschaft, tägliches Leben der Zeit, Sehenswertes
      arme Verhältnisse

      17. Politische Ereignisse / Öff. Verwaltung / Geschichte / Geografisches der Zeit
      Zeit zwischen den Weltkriegen und im II. WK

      18. Dichtung, Schauspiel, Theater / Musik / Tanz der Zeit
      nicht wichtig

      19. Religion / Kirche der Zeit
      nicht so wichtig

      20. Wissenschaft, Technik der Zeit
      keine Zeit

      21. Abkürzungen

      22. Begriffserklärungen

      23. Geographische Verteilung des Namens
      Häufigkeiten in Mittelfranken aber auch in Oberfranken

      24. Namensbedeutung / Namensherkunft
      Die Namensbedeutung von Götz ist abgeleitet von dem Namen Gottfried .
      Die namensgebenden Worte aus dem Althochdeutschen sind got (Gott) und fridu (Frieden, Schutz).
      Den Namen Gottfried. Der Name Gottfried wurde häufig auch als zweiter Vorname vergeben. Möglicherweise gibt es auch Verbindungen zum hebräischen Namen Salomon oder dem muslimischen Suleiman.

  • Quellen 
    1. 1. Geburt: Standesamt München III 271/1905.