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Zedlitz




Besitzer des Originals bzw. der VorlageADLER-Mitglied GH
Datum14 Jan 2015

aufgelassen (kathol. Frdh., jetzt Waldmüllerpark), Friedhof, Matzleinsdorf, Favoriten, 10., Wien, Österreich

Notizen: Historischer Überblick zum ehemaligen Matzleinsdorfer Katholischen Friedhof (heute Waldmüllerpark)

Der ehemalige Katholische Friedhof Matzleinsdorf (gelegen im heutigen 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten zwischen Landgutgasse, Herzgasse, Dampfgasse und Karmarschgasse) zählt zu den historisch wertvollsten Begräbnisstätten der josephinischen Epoche in Wien.

• Gründung als Josephinischer Kommunalfriedhof (1784): Im Zuge der sanitätspolizeilichen Reformen von Kaiser Joseph II. wurden ab 1784 alle Bestattungen innerhalb des Linienwalls (des heutigen Gürtels) strengstens verboten. Als Ersatz wurden fünf große Kommunalfriedhöfe außerhalb der Linien angelegt. Der Matzleinsdorfer Friedhof wurde im Mai 1784 als „Freydhof ausser der Mäzleinstorfer Linie“ eröffnet und ging im Kern aus dem noch älteren Nikolsdorfer Friedhof hervor.

• Erweiterungen und Aufteilung: Durch das massive Bevölkerungswachstum im Wiener Raum musste das Areal in den Jahren 1833 und 1853 massiv erweitert werden, bis es schließlich eine trapezförmige Fläche von rund 30.000 m² aufwies. Gemäß den damaligen Konfessionsbestimmungen durften Protestanten ab den 1856er-Jahren nicht mehr auf katholischen Friedhöfen beerdigt werden – dies führte direkt nebenan zur Errichtung des eigenständigen Evangelischen Friedhofs Matzleinsdorf (eingeweiht 1858), welcher bis heute existiert.

• Schließung und Umwandlung (1874–1923): Mit der Eröffnung des Wiener Zentralfriedhofs am 1. November 1874 wurde der Matzleinsdorfer katholische Friedhof für reguläre Neubestattungen gesperrt (letzte Beisetzungen in Familiengrüften folgten bis 1879). Nach jahrzehntelangem Verfall wurde die Begräbnisstätte im Rahmen der Friedhofsaktion der Gemeinde Wien aufgelassen. Am 3. Oktober 1923 wurde das Areal unter Bürgermeister Jakob Reumann als öffentliche Gartenanlage unter dem Namen Waldmüllerpark neu eröffnet.

• Der historische Grabmalhain: Um das Andenken an die Epoche des Biedermeier zu bewahren, wurden rund 100 architektonisch und historisch bedeutende Grabdenkmäler berühmter Persönlichkeiten am Rand des Parks in einem eigens angelegten Grabmalhain zusammengetragen und geschützt. Benannt wurde der Park nach dem großen Biedermeier-Maler Ferdinand Georg Waldmüller († 1865), dessen restauriertes Grabmal das Zentrum dieses Hains bildet.

Prominente Erstbestattungen (Auswahl):
Neben Ferdinand Georg Waldmüller fanden hier ursprünglich zahlreiche namhafte Größen des Wiener Kultur-, Wissenschafts- und Politiklebens ihre Ruhestätte, darunter der Bildhauer Franz Anton Zauner, der Komponist Eduard Freiherr von Lannoy, der Architekt Johann Georg Kornhäusel sowie der Maler Carl Russ (viele von ihnen wurden später in Ehrengräber auf den Zentralfriedhof überführt).

Genealogischer Hinweis zu den Matriken:
Die historischen Bestattungseinträge der hier Beigesetzten befinden sich primär in den Sterbebüchern der Rk. Pfarre Matzleinsdorf (St. Florian / „Rauchfangkehrerkirche“) sowie den angrenzenden Vorstadtpfarren des heutigen 4., 5. und 10. Bezirks. Die historischen Bände sind über das Archivportal Matricula Online digitalisiert abrufbar.


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