Genealogische Datenbank
Notizen:
1120 Wien, Gaudenzdorfer Gürtel
Historischer Überblick zum aufgelassenen Hundsturmer Friedhof (heute Haydnpark)
Der Hundsturmer Friedhof (ursprünglich Friedhof vor der Hundsthurmer- oder Schönbrunner-Linie) im heutigen 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling zählt zu den historisch bedeutendsten Begräbnisstätten der josephinischen Epoche in Wien.
• Gründung und Entwicklung (1783–1874): Er wurde im Zuge der Reformen von Kaiser Joseph II. im Jahr 1783 außerhalb des Linienwalls angelegt und gehörte zu den fünf ursprünglichen Wiener Kommunalfriedhöfen. Mit einer Fläche von rund 31.000 m² war er der kleinste dieser fünf Gottesäcker. Wegen des rasanten Bevölkerungswachstums der Vororte wurde das Areal 1856 nach Süden hin auf mehr als das Doppelte erweitert.
• Schließung und Umwandlung (1874–1926): Nach der Eröffnung des Wiener Zentralfriedhofs wurde der Hundsturmer Friedhof im Dezember 1874 für reguläre Neubestattungen gesperrt. Die endgültige Schließung und Räumung zog sich bis zum Jahr 1910 hin. Im Jahr 1926 wurde das ehemalige Friedhofsareal schließlich in eine öffentliche Parkanlage – den heutigen Haydnpark – umgewandelt.
• Das Grab von Joseph Haydn: Der berühmteste hier bestattete Bürger war der Komponist Joseph Haydn († 31. Mai 1809). Seine sterblichen Überreste wurden bereits im November 1820 nach Eisenstadt in die Bergkirche überführt (wobei sich der spektakuläre Diebstahl seines Schädels durch Anhänger der Gall’schen Schädellehre herausstellte). Der originale, 1814 von seinem Schüler Sigismund von Neukomm gestiftete Grabstein mit der Inschrift „Non omnis moriar“ („Ich werde nicht ganz sterben“) blieb als einziges Grabmal vor Ort erhalten und erinnert bis heute im Park an den ehemaligen Friedhof.
Genealogischer Hinweis zu den Matriken:
Da der Friedhof im Einzugsgebiet der Vorstadt Gumpendorf lag, wurden die Beisetzungen primär in den Sterbebüchern der Rk. Pfarre Gumpendorf (St. Ägyd) sowie nachfolgend in den Pfarren der umliegenden ehemaligen Vororte (wie Meidling oder Hundsturm) verzeichnet. Die historischen Matriken sind online über das Archivportal Matricula Online einsehbar.
| Vorschaubild | Beschreibung | Status | Ort | Name (Verstorben/begraben) |
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Barbarini Franz BARBARINI geb. 1804 in Znaim gest. 20.01.1875 in Wien, bestattet am Hundsturmer Friedhof. Landschaftsmaler, Stecher, Radierer. Radierung: "Die Penzinger Wienfurt" (um 1820); links im Bild ein Holzsteg = Vorläufer der Hietzinger-Brücke / heutige Kennedy-Brücke. |
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Biedermeier-Grabdenkmal Biedermeier-Grabdenkmal am Hundsturmer Friedhof (um 1904/05) • Beschreibung: Das Foto zeigt ein prachtvolles, von Gestrüpp umwachsenes Grabdenkmal aus der Biedermeier- bzw. Empire-Epoche. Der monumentale steinerne Sockel ist im klassizistischen Stil mit kannelierten Pilastern an den Seiten kassettenartig gegliedert. Auf dem Gebälk thront die monumentale Plastik eines knielenden und gen Himmel blickenden Engels mit weit aufgespannten Flügeln. Im unteren Giebelfeld ist als symbolisches Biedermeier-Relief eine flammende Urne mit herabhängenden Palmenzweigen (Symbole der unsterblichen Seele und des Friedens) eingearbeitet. • Historischer Kontext: Solche ausdrucksstarken Steinskulpturen und Trauerengel säumten im 19. Jahrhundert die Familiengräber des wohlhabenden Wiener Bürgertums auf den josephinischen Communal-Friedhöfen. • Fotograf & Datierung: August Stauda (* 1861; † 1928), Wiener Architekturfotograf. Die Aufnahme entstand um 1904/1905 im Auftrag der Stadt Wien, kurz vor der endgültigen Sperrung und schrittweisen Demontierung des Friedhofs (die sich bis 1910 hinzog, bevor das Areal 1926 als Haydnpark neu eröffnet wurde). • Quelle des Originals: Wien Museum Online Sammlung (Inventarnummer: 352382, historische Katalognummer bei Stauda: 1706). |
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Brudermann Franz BRUDERMANN geb. 1803 gest. 03.01.1858 in Wien, bestattet am Hundsturmer Friedhof. Historienmaler. Ölgemälde: "Das Blinde-Kuh-Spiel" |
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Danhauser Josef DANHAUSER (1805-1845), Maler, Zeichner und Möbelfabrikant, * 19. August 1805 (Wien) † 4. Mai 1845 (Wien), bestattet im Mai 1845 auf dem Hundsturmer Friedhof. „Hier ruht der Maler Josef Danhauser... Gewidmet von seinen Freunden...“ Grabdenkmal am Zentralfriedhof (Gruppe 31 B, Reihe 1, Nummer 11) Wien Geschichte Wiki - Josef Franz Danhauser Österreichisches Biographisches Lexikon - Danhauser |
Stammbaum:ADLER Josef Danhauser (gest. 4 Mai 1845) |
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Danhauser Josef DANHAUSER geb. 18.08.1805 in Wien-Laimgrube Nr.30 gest. 04.05.1845 in Wien, bestattet am Hundsturmer Friedhof; exhumiert und auf den Zentralfriedhof (Gr.31B,R.1,Nr.11) überführt. Maler, Grafiker. Porträt (fec. Friedrich von Amerling) |
Josef Danhauser (gest. 4 Mai 1845)
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Gauermann Jakob GAUERMANN geb. 03.09.1773 gest. 27.03.1843 in Wien, bestattet am Hundsturmer Friedhof; am 08.10.1910 exhumiert und auf den Zentralfriedhof (Gr.0,Nr.59) überführt. Maler Ölgemälde: "Beim Kornbinden" (fec.1819) |
Stammbaum:Gauermann Jakob Gauermann (gest. 27 Mrz 1843) |
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Haydn Haydn's Grabstein am Aufstellungsort, an der Trennungsmauer des alten und neuen Teil des Friedhofes, 1904. 1814/15 ließ Haydn's Schüler, der nach Wien zurückgekehrte Komponist, Pianist, Diplomat und Freimaurer Sigismund von Neukomm (1778-1853) eine Tafel am Grab anbringen; die Grafen Stockhammer erneuerten 1842 Tafel und Grabstein. |
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Haydn HAYDN NATUS MDCCXXXII OBIIT MDCCCIX CAN. AENIG M. QVINQUE VOC NON OMNIS MO RI AR D. D. D. DISCIP. EIVS NEVKOMM VINDOB. REDUX. MDCCCXIV. (Haydn, geboren 1732, gestorben 1809, Rätselkanon für fünf Stimmen. Nicht alles wird sterben. Sein Schüler Neukomm, nach Wien zurückkehrend. 1814.) |
Stammbaum:ADLER Franz Josef Haydn (gest. 31 Mai 1809) |
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Haydn Joseph HAYDN geb. 31.03.1732 (oder 01.04.1732) in Rohrau/NÖ gest. 31.05.1809 in Wien-Gumpendorf Nr.73 (heute: Haydng.19), nach Einsegnung in der Gumpendorfer Kirche, bestattet am Hundsturmer Friedhof. Drei Tage nach dem Begräbnis wurde Haydns Kopf entwendet. Unter den Grabschändern, Anhänger der Gall'schen Schädellehre, war Joseph Carl Rosenbaum (1770-1829), bis 1797 Sekretär von Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha (1765-1833). Selbiger Fürst Esterházy ließ am 07.11.1821 Haydns sterbliche Überreste nach Eisenstadt überführen und in der Bergkirche, in der Esterhazy-Familiengruft, beisetzen. Erst bei der Exhumierung war bemerkt worden, dass der Kopf fehlt und es wurde zunächst ein falscher Kopf angefügt. Der richtige Schädel gelangte über mehrere Besitzer 1852 an den Anatomen Carl von Rokitansky (1804-1878), dessen Söhne ihn 1895 der Gesellschaft der Musikfreunde übergaben. Diese verweigerten sehr lange die Herausgabe von Haydns Cranium welches in ihrem Museum verwahrt wurde. Erst am 5. Juni 1954 konnte die Wiener Städtische Bestattung den Schädel nach Eisenstadt überführen. Der Bildhauer Gustinus Ambrosi (1893-1975) übernahm die ehrenvolle Aufgabe ihn zum Körper in den Sarkophag zu legen. |
Franz Josef Haydn (gest. 31 Mai 1809)
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Haydn AN DIESER STELLE BE- FAND SICH DAS GRAB DES IN WIEN AM 31.Mai 1809 VERSTORBENEN ÖSTER- REICHISCHEN KOMPONISTEN JOSEPH HAYDN AM 6. NOVEMBER 1821 WURDEN DIE GEBEINE HAYDNS NACH EISENSTADT ÜBER- FÜHRT UND AM FOLGENDEN TAG IN DER DORTIGEN BERGKIRCHE BEIGESETZT |
Franz Josef Haydn (gest. 31 Mai 1809)
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