Prinz von Thurn und Taxis, Emerich

Prinz von Thurn und Taxis, Emerich[1]

männlich 1820 - 1900  (80 Jahre)

Angaben zur Person    |    Medien    |    Notizen    |    Quellen    |    Ereignis-Karte    |    Alles    |    PDF

  • Name Prinz von Thurn und Taxis, Emerich 
    Geboren 12 Apr 1820 
    Geschlecht männlich 
    Gestorben 28 Jul 1900  Bad Gleichenberg, Südoststeiermark, Steiermark, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I310111  ADLER-Namensindex
    Zuletzt bearbeitet am 21 Sep 2018 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGestorben - 28 Jul 1900 - Bad Gleichenberg, Südoststeiermark, Steiermark, Österreich Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 
    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos
    (30) 1875: Emerich Prinz von Thurn und Taxis (* 12. April 1820, † 28. Juli 1900)
    (30) 1875: Emerich Prinz von Thurn und Taxis (* 12. April 1820, † 28. Juli 1900)
    Oberststallmeister (Signatur G-171)
    Porträt nach einer Kreidezeichnung von Ludwig Michalek nach der Natur.

  • Notizen 
    • Die Genealogie des eben so alten als berühmten Geschlechtes der Fürsten Thurn und Taxis wird durch die sprachliche Verschiedenheit in der Schreibung seines Namens, wie Thurn, de Turri, Torriani, de la Tour, Thurn-Valsassina, Tassis u. s. w., wie durch die im Laufe der Jahrhunderte erfolgte vielfache Verzweigung, Theilung und völlige Trennung der Familien eine ungemein complicirte.

      Der Ursprung des Geschlechtes fällt in Zeiten, aus denen keine beglaubigten Urkunden vorliegen.

      Als beglaubigt, wird angeführt, Martino I. della Torre, der Riese genannt, regierender Graf von Valsassina und der Riviera di Como, der sich als Begleiter Kaiser Conrad III. auf dessen Kreuzzuge durch ausserordentliche Tapferkeit auszeichnete, aber im Jahre 1147 bei Antiochia in saracenische Gefangenschaft gerieth und als Märtyrer seines Glaubens starb.

      Der Vater Martinos, Eriprand de la Tour, war ein fränkischer Ritter, welchem Tacio della Torre die Hand seiner Erbtochter nebst Wappen und Besitzungen gab. Eriprand führte schon die goldene Lilie im blauen Felde im Wappen, wie sie die Familie noch heute führt, und war ein Sprosse aus dem Mannsstamme Karls des Grossen und weiblicherseits ein Abkömmling der Herzoge von Burgund.

      Anerkannt wurde diese Abstammung durch ein von Kaiser Ferdinand III. dem Hause ertheiltes Diplom vom 24. December 1650, sowie durch ein zweites vom 4. October 1695, mit welchem Kaiser Leopold I. die älteste Linie des Hauses Thurn und Taxis zur reichsfürstlichen Würde erhob.

      Lamoral, des reichen Guido jüngster Sohn, liess sich 1313 in der Valle del Cornello im Gebiete von Bergamo nieder und führte von dem ihm zugehörigen Berge Tasso (Dachsberg), auf dem sein Schloss (Torre) erbaut war, den Namen Tasso. Er war vermählt mit Catharina, einer Tochter des Fürsten von Bergamo aus dem Hause Suardi, wurde der Stifter der Linie della Torre und Tassis, starb 1332 und wurde in der von ihm erbauten Kirche Santa Maria della grazia beigesetzt.

      Roger, Kammerherr und Oberstjägermeister unter Kaiser Friedrich III., gestorben 1456, führte das deutsche Postwesen ein und Freiherr Francesco de la Tour war am 6. November 1597 der erste kaiserliche Generaldirector der Posten im Reiche und in den Niederlanden, welches Amt in der Folge für seinen Sohn, den Grafen Lamoral Claudius Franz, zu einem Reichslehen gedieh. Für seine Treue und Anhänglichkeit erhielt Francesco von König Philipp I. von Spanien die Wappendevise: »perpetua fide«, welche die ganze Familie beibehielt. Fürst Alexander Ferdinand wurde am 30. Mai 1754 in das Reichsfürsten-Collegium eingeführt, nachdem das Reichs-Erb-General-Postmeisteramt 1714 zu einem kaiserlichen Thronlehen und Reichsfürstengute erhoben worden war.

      Emerich Prinz von Thurn und Taxis, geboren 12. April 1820 [zu Prag], ein Sohn des Fürsten Karl Anselm aus dessen Ehe mit Maria Isabella, gebornen Gräfin von Eltz, trat schon in jungen Jahren in die kaiserliche Armee und wurde im Jahre 1854 zum Obersten und Commandanten des 7. Uhlanen-Regiments ernannt.

      Am 8. Juli 1859 zum Generalmajor und Brigadier bei dem 1. Kavallerie-Armeecorps vorgerückt, wurde er dann Commandant der Central-Cavallerieschule, 1865 zugleich in dieser Eigenschaft Brigadier im II. Armeecorps, 1866 Cavallerie-Brigadier zu Pressburg und am 25. Juli desselben Jahres Feldmarschall-Lieutenant und Cavallerie-Divisionär zu Lemberg, am 24. October 1876 General der Cavallerie und zweiter Inhaber des 1. Dragoner-Regiments.

      Mit Allerhöchstem Handschreiben vom 4. November 1875 zum Oberststallmeister und Capitän der k. k. Leibgarde-Reiterescadron ernannt, bekleidet der Prinz, der auch wirklicher Geheimer Rath und Kämmerer ist, gegenwärtig noch diese Würden.

      Im Jahre 1876 wurde er Inhaber des III. Husaren-Regiments, am 19. December 1877 lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses, am 13. April 1878 Ritter des goldenen Vliesses, mittelst Bulle ddo. Rom, 15. Mai 1878, Ehrencomthur des souveränen Johanniterordens.

      In der Schlacht bei Temesvar am 9. August 1849 wurde der Prinz schwer verwundet.

      Seine Gemahlin Lucie Gräfin Wickenburg, mit welcher er sich am 27. Juni 1850 vermählte, verlor er schon am 3. April 1851 durch den Tod.

      [Er starb am 28. Juli 1900 zu Bad Gleichenberg in der Steiermark/Österreich.]

  • Quellen 
    1. [S20] ADLER-Bibliothek Oberststallmeister, Kaiserlich und königliches Oberststallmeisteramt, (Selbstverlag des kaiserlichen und königlichen Oberststallmeisteramtes), G-171..