Graf Grünne, Karl

Graf Grünne, Karl[1]

männlich 1808 - nach 1875  (> 68 Jahre)

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  • Name Graf Grünne, Karl 
    Geboren 25 Aug 1808 
    Geschlecht männlich 
    Gestorben nach 1875 
    Personen-Kennung I310110  ADLER-Namensindex
    Zuletzt bearbeitet am 21 Sep 2018 

  • Fotos
    (29) 1849-1875: Karl Graf Grünne (*25. August 1808, † nach 1875)
    (29) 1849-1875: Karl Graf Grünne (*25. August 1808, † nach 1875)
    Oberststallmeister (Signatur G-171)
    Porträt nach einem im Besitze der Frau Gräfin Caroline Szechenyi, gebornen Gräfin Grünne, befindlichen Oelbilde von Schrotzberg.

  • Notizen 
    • Die Grafen von Grünne entstammen dem alten niederländischen Geschlechte der Herren von Hemricourt, welches schon im 12. Jahrhunderte in der damals sogenannten Hasbaye, einem beträchtlichen, am linken Maasufer gelegenen Theile des Lütticher Landes blühte, und dessen Sprossen den Lüttichern in den Kämpfen gegen die Brabanter und der Krone von Sicilien gegen Arragonien als tapfere Ritter beistanden.

      Arnold II. wurde 1320 mit der Herrschaft Mozèt belehnt, Arnold III. war 1363 Grand Bailli der Provinz Namur.

      Den Namen Grünne nahm zuerst Anton Herr zu Mozèt an, der die Herrschaft Grünne von seiner Mutter erbte und 1558 starb.

      Nicolaus Franz Hemricout de Mozèt, Graf und Herr von Grünne, wirklicher Geheimer Rath und General-Feldzeugmeister, Sohn des Georg Hemricourt de Mozèt, Grafen von Grünne, aus dessen Ehe mit Françoise de Lamberti, war ein Liebling des Kaisers Franz I. und folgte demselben nach Wien.

      Er erhielt 1745 bei der Krönung desselben in Frankfurt für sich und sein Geschlecht die erbliche Reichsgrafenwürde und starb, als er eben durch Kauf des Fürstenthums la Roche im Luxemburgischen die reichsfürstliche Würde in die Familie bringen und das Gouvernement von Luxemburg übernehmen wollte.

      Den Stamm setzte sein Bruder Philipp Anton fort. Derselbe, gestorben 1753, war mit Anna Theresia Gräfin von Eszterházy vermählt, und aus dieser Ehe entspross Philipp, gestorben 1797, welcher sich mit Christiane von Holstein vermählte und zwei Söhne, Philipp und Carloman, hinterliess, welche den Stamm in zwei Linien, der österreichischen und niederländischen, fortführten.

      Der Stifter der österreichischen Linie, Graf Philipp II., gestorben 1854, war mit Rosalia Freiin von Felz vermählt und aus dieser Ehe stammt: Karl Ludwig Graf von Grünne, Herr zu Markt Dobersberg, Illmau, Taxen, Weinzierl und Veste Peigarten, geboren zu Wien am 25. August 1808.

      Mit seiner am 23. December 1843 erfolgten Ernennung zum Obersten im Hussaren-Regimente Nr. 2 wurde er zugleich an die Spitze des Hofstaates des Erzherzogs Stephan berufen, dessen Obersthofmeister er unter gleichzeitiger Ernennung zum wirklichen Geheimen Rathe im Jahre 1847 wurde.

      Im August 1848 in gleicher Eigenschaft zu dem damaligen Erzherzog Franz Joseph berufen, blieb er nach dessen Thronbesteigung fortan in unmittelbarer Nähe des Monarchen. Mit Cabinetschreiben vom 9. Mai 1849 wurde er zum Oberststallmeister-Stellvertreter ernannt. Am 12. Juli 1850 zum Feldmarschall-Lieutenant vorgerückt und zum ersten General-Adjutanten Seiner Majestät des Kaisers ernannt, übernahm der Graf die Leitung der Militär-Central-Kanzlei.

      Diese Würde bekleidete er bis zum Jahre 1859, in welchem er mit Allerhöchstem Handschreiben vom 20. October seines Postens als erster General-Adjutant enthoben und unter Einem zum Oberststallmeister ernannt wurde, unter Beibehaltung der Stelle eines Capitäns der k. k. Leibgarde-Reiterescadron.

      Am 18. August 1865 zum Ritter des goldenen Vliesses ernannt, trat er mit 3. November 1875 in den Ruhestand; er ist Inhaber des I. Uhlanen-Regiments, k. k. wirklicher Geheimer Rath und Kämmerer und lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses.

      Der Graf ist seit 16. Mai 1831 mit Caroline Gräfin Trauttmansdorff, der Tochter des gewesenen Oberststallmeisters Fürsten Johann Trauttmansdorff, vermählt, und entstammen dieser Ehe drei Söhne und drei Töchter, wovon der zweitgeborene Sohn, Ferdinand, im Jahre 1866 bei Königgrätz auf dem Felde der Ehre blieb.

  • Quellen 
    1. [S20] ADLER-Bibliothek Oberststallmeister, Kaiserlich und königliches Oberststallmeisteramt, (Selbstverlag des kaiserlichen und königlichen Oberststallmeisteramtes), G-171..