| 10. | Elimar von Oldenburg (6.Cäcilie2, 1.Friederike1) wurde geboren am 23 Jan 1844 in Oldenburg, Niedersachsen, Deutschland; gestorben am 17 Okt 1895 in Schloss Alterlaa, Alt Erlaa, Atzgersdorf, 23., Wien, Österreich; wurde beigesetzt in Brodzany (Broďany), Bezirk Partizánske, Trentschiner Landschaftsverband, Slowakei. Anderer Ereignisse und Attribute:
- Alias Name: Anton Günther Friedrich Elimar Herzog von Oldenburg (Trauungsbuch)
- Beruf: deutscher Komponist, Schriftsteller und Militär
- Aufenthaltsort: Schloss Alterlaa, Alt Erlaa, Atzgersdorf, 23., Wien, Österreich; 1878 war die Liegenschaft (inkl. der Herrschaft Erlaa und Atzgersdorf) Eigentum von Herzog Elimar von Oldenburg und nach dessen Tod 1895 seiner Witwe, die sie 1918 an Johannes Franz Josef Freiherr Brenner von Felsach (1884-1969) weiterverkaufte. (Die Herrschaft Erlaa und Atzgersdorf wurde bereits 1895 an den späteren neuen Schlossbesitzer verkauft.).
Der Vorbesitzer, Adolf von Bäuerle, hatte Schulden bei der Stuttgarter Bank, welche den Besitz zwangsversteigerte.
Notizen:
Gestorben:
Bertha von Suttner zum Tod von Elimar Herzog von Oldenburg:
(in: Die Waffen nieder!, Monatsschrift zur Förderung der Friedensbewegung, Herausgegeben von Baronin Bertha von Suttner, Heft 11, Seite 386-387)
In dem am 17. October in seinem Schlosse Erlaa bei Wien gestorbenen Herzog Elimar von Oldenburg (geb. 1844, unter dem Namen Günther als Schriftsteller bekannt geworden) hat die österreichische Friedensgeseilschaft ein treues Mitglied verloren und unter den auf dem Sarg des edlen Prinzen niedergelegten Kränzen sah man auch den aus ganz weissen Blumen und Palmenblättern gewundenen Kranz der Wiener Friedensfreunde.
Als vor vier Jahren in der „Neuen Freien Presse“ mein Aufruf zur Gründung eines österreichischen Friedensvereins erschien, richtete Herzog Elimar von Oldenburg, den ich damals nicht kannte, spontan ein zustimmendes Schreiben an mich. Auf meine hierauf erfolgte Bitte, er möge der Gesellschaft beitreten, erhielt ich folgende Antwort:
Schloss Erlaa, 20. September 1891.
Obgleich beim Ausbruche eines Krieges, an welchem Deutschland betheiligt wäre (ich bin Oberst à la suite der preussischen Armee, nahm – weil Halbinvalide – 1875 den Abschied), ich sofort mich zum Wiedereintritte in das Heer melden würde, bin ich doch keineswegs ein Kriegslustiger – im Gegentheile: ich betrachte den Krieg, und zwar auch für den Sieger, als ein furchtbares Unglück! Ich habe zwei Feldzüge mitgemacht, nicht etwa in einem grossen Stabe, sondern bei der Truppe und hatte somit genügend – mehr wie genügend! – Gelegenheit, das ganze namenlose Elend, welches jeder Krieg in seinem Gefolge hatm aus eigenster Anschauung und Erfahrung kennen zu lernen. Mit Freuden leiste ich daher Ihrer Aufforderung Folge und will sehr gerne das von Ihnen begonnene hochherzige, edle und – das gebe Gott! – auch segenstiftende Unternehmen nach Kräften mitzufördern suchen.
Elimar Herzog von Oldenburg.
Dem verstorbenen Herzog verdankte ich auch die Zueignung zwei interessanter Dokumente zur Veröffentlichung in der Monatsschrift „Die Waffen nieder!“) Es waren dies ein Brief, den sein Vetter, der Prinz Peter von Oldenburg (Enkel des Kaisers Paul von Russland), am 27. April 1873 an den damals in Petersburg weilenden Fürsten Bismarck gerichtet hat, um ihm seine Pläne über die Abschaffung des Krieges darzulegen, ferner ein Schriftstück desselben Verfassers, betitelt „Gedanken eines russischen Patrioten“, welches in den Worten ausklingt: „Möge es mir erlaubt sein, den sehnlichsten Wunsch meines Herzens auszusprechen, im Hinblick auf Gott und die Ewigkeit: Einverständnis sämmtlicher Regierungen im Interesse des Friedens und der Menschheit. Möge er anbrechen der glückliche Tag, wo man wird sagen können: der Krieg zwischen civilisirten Völkern ist abgeschafft.“
Der Herzog Elimar blieb bis zu seinem Ende ein treues Mitglied unserer Gesellschaft, ein eifriger Leser dieser Blätter und in seinem gastlichen Heim, wo er und seine Gattin und seine Kinder ein durch Pflege der Musik und der Literatur verschöntes Familienleben führten, haben wir so manche schöne und erhebende Stunde verbracht. Ehre und Liebe seinem Andenken!
B. S. [Bertha von Suttner]
Elimar heiratete Nathalie Vogel von Friesenhof und Brogyan (von Welsburg) am 9 Nov 1876 (morganatische Ehe (nicht ebenbürtig)) in Pfarre griech.-orth. zur Hl. Dreifaltigkeit, Innere Stadt, 01., Wien, Österreich. Nathalie (Tochter von Victor Gustav Vogel von Friesenhof und Alexandra Nikolayevna Gontcharova) wurde geboren am 8 Apr 1854 in Wien, Österreich; gestorben am 9 Jan 1937 in Schloss Brodzany, Brodzany (Broďany), Bezirk Partizánske, Trentschiner Landschaftsverband, Slowakei. [Familienblatt] [Familientafel]
Kinder:
- 12. Alexandrine Gustave Friederike (Frieda) von Welsburg
wurde geboren am 11 Okt 1877 in Wien, Österreich; gestorben am 13 Apr 1901 in Schloss Alterlaa, Alt Erlaa, Atzgersdorf, 23., Wien, Österreich.
- 13. Gustav Grigori Alexander von Welsburg
wurde geboren am 29 Aug 1878 in Schloss Brodzany, Brodzany (Broďany), Bezirk Partizánske, Trentschiner Landschaftsverband, Slowakei; gestorben am 29 Nov 1927 in Agra, Bezirk Lugano, Kanton Tessin, Schweiz; wurde beigesetzt in Lugano, Bezirk Lugano, Kanton Tessin, Schweiz.
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