Alter Hütteldorfer Friedhof, 14. Penzing, Wien, Wien, Österreich


Stammbaum:  

Grabsteine

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Denis
Denis
Epitaph von Michael Denis (1729-1800) an der Ostseite der neuen Hütteldorfer Pfarrkirche; seine Grabstätte befand sich ursprünglich außen an der Südwand der alten Kirche. Auf Initiative des 'Gremiums der Wiener Buchdrucker' wurde sie 1883 hierher übertragen. Seine noch auffindbaren sterblichen Überreste, inklusive zweier silberner Schuhschnallen, wurde in einer verzinnten Eisenkasette am Fuße der alten Grabplatte eingemauert. Darüber wurde eine (neu angefertigte) Medaillonbüste, ähnlich jener am alten Grabstein, angebracht. Die feierliche Enthüllung war am 16.09.1883.  
     
Denis
Denis
Beschriftung der Epitaph-Tafel: HIC.TUMULUM.OPTAVI MICHAEL DENIS EXTINCTAE.S.I.SACERDOS A.CONSIL.ET. BIBLIOTHECA.AUGG.NATUS.SCHÄRDING AB A.MDCCXXIX.OBII VIENNAE. A.MDCCC.  
     
Denis
Denis
Johann Nepomuk Cosmas Michael Denis (geb. 27.09.1729 in Schärding/Bayern, gest. 29.09.1800 in Wien-Stadt); ab 1747 bis zur Aufhebung des Ordens 1773 Jesuit, Kustos der k.k.Hofbibliothek, Bibliograph, Übersetzer, Zoologe (Schmetterlingsammler/Erforscher der Schmetterlinge von Wien-Umgebung) und Dichter. Er verfasste (meist unter dem Pseudonym "Sined der Barde"; 'Sined' = Anagramm von 'Denis') lateinische und deutsche Lyrik, Schuldramen, deutsche Kirchenlieder (u.a. "Der Heiland ist erstanden") und Lehrbücher (u.a. das erste österreichische Lesebuch). Bekannt wurde er 1768/69 durch die deutsche Übersetzung der "Gedichte Ossians"/"Ossian und Sineds Lieder", angeblich Werke eines gälischen Barden, tatsächlich aber eine zeitgenössische Erfindung des Schotten James Macpherson. Die DENISGASSE in 1020 Wien ist seit 1874 nach ihm benannt.  
     
Denis (1800)
Denis (1800)
Eintragung in den Hütteldorfer Sterbematriken vom 29.09.1800: Michael Denis, Ex Jesuit, Kustos der k.k.Hofbibliothek, wirkl. Hofrath, verstorben in Wien-Stadt Nr.1109 (Dorotheergasse). Sein sterblichen Überreste wurden, da mit dem hiesigen Pfarrer Franz Xaver Muthsam (ebenfalls ein Ex Jesuit) eng befreundet und häufiger Gast in Hütteldorf, wunschgemäß hierher überführt und an der südlichen Kirchenmauer beigesetzt. 
     
Friedhofsmauer
Friedhofsmauer
Errichtet Mitte des 14.Jhd.; Ausgrabung Mai 2000. 
     
Grabstätten(1882)_Adam_Bergmann_Denis_Döglmann_Eglauer_Filepeckhin_Grechtler_Gruber geb. Raettich_Hagspüll_Harkhamer_Hoffstötter_Hölcher_Höleter
Grabstätten(1882)_Adam_Bergmann_Denis_Döglmann_Eglauer_Filepeckhin_Grechtler_Gruber geb. Raettich_Hagspüll_Harkhamer_Hoffstötter_Hölcher_Höleter
Adam, Josef (geb.05.09.1771, gest.13.03.1800 in Wien-Stadt Nr.541), Auditor des k.k.Infanterie-Regiments 'Erzherzog Josef'. Todart: "Verwundung durch Feuergewehr". "Ward zu Mäzleinsdorf ordentlich begraben, aber nach 5 Monathen hierher zu abermaliger Beerdigung überbracht, mit Erlaubniß k.k.N.Oe.Regierung". Grab an der Kirchenmauer. Bergmann, Ludwig (gest.05.05.1801, 14 Jahre alt,), Bäckenlehrjunge in Wienn. Todesart: "niedergeführt, Landesgerichtl. beschaut". Grab an der Friedhofsmauer. Denis, Michael (1729-1800), s.d. Döglmann, Franz Peter (geb.03.04.1687, gest.22.04.1759 in Hütteldorf im 73. Lebensjahr), Müllermeister "auf der Gluttmühl alhier". Grab an der Friedhofsmauer. Eglauer, Anton Josef (geb.12.06.1752 in Linz, gest.22.04.1824 in Wien-Stadt Nr.791), Weltpriester, Exjesuit. Er wurde am 25.04.1824 seitens der Pfarre St.Stephan nach Hütteldorf überführt und nachmittags vom hiesigen Cooperator (dem späteren Kardinal u. Erzbischof von Wien) Joseph Othmar von Rauscher (1797-1875), ausnahmsweise am bereits gesperrten Kirchhof, an der Friedhofsmauer beerdigt. Filepeckhin, Maria Anna (gest.21.10.1679 12 Jahre alt). Grab an der Friedhofsmauer. Grechtler, Johann Georg Freiherr von (1705-1780), s.d. Gruber, Theresia geb. Raettich (gest.14.08.1801 in Hütteldorf Nr.40, 30 Jahre alt), Gattin des Ignatz Gruber k.k. Jäger. Todes Art: "an den Folgen einer schweren Geburt". Begraben am 15.08.1801 an der Friedhofsmauer. Hagspüll, Johann (gest.06.02.1731, 48 Jahre alt), "Gmain würth alhier 48 alt". Grab an der Friedhofsmauer. Harkhamer, Christof (gest.1638), "Beck". Grab an der Friedhofsmauer. Hoffstötter, Matthias (gest.1771), s.d. Hölcher("Höleter"), Sebastian (gest.12.10.1703), "Praxator (Braumeister) hir". Grab außen an der Kirchenmauer. 
     
Grabstätten(1882)_Kertenkalckh_Liechtenstein geb. von Sternberg_Maczab_Maczak_Mann_Marchsteiner_Mittmayer_Moor_Muthsam_Puchberg_Buchberg
Grabstätten(1882)_Kertenkalckh_Liechtenstein geb. von Sternberg_Maczab_Maczak_Mann_Marchsteiner_Mittmayer_Moor_Muthsam_Puchberg_Buchberg
Kertenkalckh, Johann Michael (gest.13.12.1704, 62 Jahre alt),"Venator (Jäger) hir". Grab an der Friedhofsmauer. Liechtenstein, Maria Leopoldine Walburga Eva Fürstin von, geb. Reichsgräfin von Sternberg (1733-1809), s.d. Maczab, Johann Kolumban (gest.03.04.1783 in Hütteldorf Nr.80, alt 58 Jahr) "gewester Chirurgius allhier". Grab außen an der Kirche. Mann, Johann Cornelius (gest. 1717), Pfarrer in Hütteldorf. Seine Grabplatte war im Bereich des Presbyteriums (?) in den Boden eingelassen. Die Aufschrift lautete: Joannis Cornelii Mann, huius caesareae parochcchiae per viginti tres annos pastoris ossa hoi sub saxo sepulta iacent, pro quo viator per solve: Pater et Ave. Id est anno 1717. Marchsteiner, Carl (gest.19.05.1771, alt 53 Jahr), "gewester Beckhenmeister" und Marchsteiner, Andreas (gest.15.07.1767), Novize der Barnabiten. Grab an der Friedhofsmauer.Lindmayer, fälschlich Mittmeyer, Wolfgang (gest.1679), Pfarrer zu Hütteldorf 1674-1679. Grabplatte (in einer 3er Gruppe) im Boden des Presbyterium. Moor, Carl (1747-1802), s.d. und Moor, Josefa (1754-1821), seine Gattin, im selben Grab außen an der Kirchenmauer. Muthsam, Franz Xaver (geb. 1733, gest. 01.06.1801, 68 Jahre alt an "Entkräftung") Pfarrer zu Hütteldorf (1784-1801), Exjesuit, stiftete sein Vermögen dem Hütteldorfer Armeninstitut. Seine Grabstätte befand sich (wunschgemäß) vor der Kirchentür unter dem Flugdach. Die MUTHSAMGASSE in 1140 Wien-Breitensee ist seit 1906 nach ihm benannt. Puchberg (Buchberg), Maximilian (gest. 22.02.1794, 34 Jahre alt an "bösartigen Fieber zu Wien Nro. 831") Priester an der "Erzbischöfl. Chur bey St. Stephan in Wien, mit allen Sakramenten in Wien versehen, und zur Beerdigung hierher gebracht". Bestattung am 24.02,1794 an der Friedhofsmauer.  
     
Grabstätten(1882)_Rosler_Roessler geb. Wenger_Springer_Stadlerin_Stockhammer_Wahler_Wenger_Widemann_Willstockh_Zobel
Grabstätten(1882)_Rosler_Roessler geb. Wenger_Springer_Stadlerin_Stockhammer_Wahler_Wenger_Widemann_Willstockh_Zobel
Rosler, Johann Florian Edler von (gest.28.11.1805, alt 72), kaiserlicher Rath und Versatzamts-Director. Grab an der Friedhofsmauer. Roessler, Marie Therese Edle von, geb. Wenger (gest.28.09.1802, alt 72).Grab an der Friedhofsmauer. Springer, Anton (gest.31.03.1801, alt 64), gewester Ziergärtner. Grab "an der Mauer des Nebenhauses" (?). Stadler(in), Marie (gest.01.06.1746), gew. Bräumeisterin in Hütteldorf. Grab außen an der Kirche. Stockhammer(n), Alois Graf (gest.25.08.1809, 25 Jahre alt). Grab außen an der Kirche. Stockhammer(n), Heinrich Graf (gest.28.12.1809, 15 Jahre 7 Monate alt). Grab außen an der Kirche. Wahler, Carl Joseph (1714-1772), Pfarrer in Hütteldorf (1757-1772), s.d. Wenger, Anna geb. Nehammer (gest.01.07.1808 in Wien-Stadt Nr.898, Grünangergasse, 49 Jahre alt), "des H: Johann Wenger Hausinhaber und Herrschaftl. Geschäftsträger Gattin". Todesart: "Lungengeschwürn, zu Wienn beschaut und zur Beerdigung hirher gebracht worden." Grab außen an der Kirche. Widemann(Widmanin), Maria Clara (gest.01.09.1749 "zu Hietldorff, alt 62 Jahr), Witwe, s.d. Willstockh(Wüllstockh), Anna Apolonia Franzisca von (geb.09.02.1705, gest.20.08.1723 "16 annorum, ex Hiedldorff"?), s.d. Zobel, Michael (gest.30.08.1805, alt 38 (40?) Jahr), "der Med: Doktor. als Hausarzt bey dr F: Gräfin F: ....... Todesart: "An den Folgen vonn heftigen Gehirnerschütterung". Grab an der Friedhofsmauer. 
     
Hochaltar; Tabernakel
Hochaltar; Tabernakel
Altarteil (Tabernakel) aus der alten Hütteldorfer Kirche (Bergmillerg. 1-3) in der Jubiläums Kirche der P.P. Trinitarier in der Leopoldsstadt nächst der Reichsbrücke (Mexikokirche); er soll sich heute in Wiener Neustadt befinden (?). 
     
Hochalter (1878)
Hochalter (1878)
Skizze des kompletten Hochaltares (1878) mit dem hl. Sebastian und hl. Rochus, von Karl Haager. Der Altar stammt aus der Karthause Gaming und gelangte im Zuge der Ordensaufhebung durch Joseph II. 1782 nach Hütteldorf. 
     
Hoffstötter (1771)
Hoffstötter (1771)
... Im ersten Travée des südl. Seitenschiffes sind 2 Grabsteine eingemauert, welche fast immer durch die für das hl. Grab bestimmten Requisiten verdeckt sind. Der erste Stein eine graue Sandsteinplatte (fast quadratisch) hat die Inschrift: "Matthias Hoffstötter Fleischakher Allhier". Die Inschrift des Todes 1771 ist in die vier Ecken verteilt. Unter der Inschrift ein Ochsenhörnerpaar ... 
     
Kirche (1810)
Kirche (1810)
Ausschnitt aus einem Reparaturplan der alten Pfarrkirche, Skizze vom Hütteldorfer Baumeister Matthäus Bohdal (im Besitz des Bezirksmuseum Penzing).  
     
Kirche (1855)
Kirche (1855)
Ausschnitt aus einem Reparaturplan der alten Pfarrkirche, Skizze vom Hütteldorfer Baumeister Matthäus Bohdal (im Besitz des Bezirksmuseum Penzing).  
     
Kirche; Friedhof
Kirche; Friedhof
(Beschreibung von Karl Haager) "Dieses Gotteshaus hat, trotzdem es auf einem Angerschen Friedhof, ganz frei steht, doch durch die verhältnismäßig nahen Wohnhäuser und gewerblichen Anstalten eine fast beengte Lage, welche noch dadurch ausdrücklicher wird, daß die Kirche durchaus nicht imposant erscheint und mit einem niedrigen Turm abgeschlossen erscheint. Das wohl nach einem einheitlichen Plane erbaute Gotteshaus ist durch An- und Zubauten im Laufe der Zeiten sehr entstellt worden. - Bis auf eine vom Tor der die Kirche umgebenden Friedhofsmauer zum Kirchentor reichenden Überdachung steht jene ganz frei da. Die Richtung ist wohl gegen Ost, aber ohne genaue Orientierung; die Abweichung ist vielmehr O.S.O. Der die Kirche umgebende einstige Friedhof ist in unregelmäßiger Rechtecksform angelegt, mit einer ziemlich hohen Mauer umfangen und mit zwei Eingängen versehen. 
     
Kirche; Friedhof (1878)
Kirche; Friedhof (1878)
Skizze von Karl Haager. 
     
Kirche; Grundmauern; Kirchengräber (2000)
Kirche; Grundmauern; Kirchengräber (2000)
Standort: Bergmillergasse 1-3, gegen Osten. 
     
Kirche; Grundriß; Kirchengräber (1855-2000)
Kirche; Grundriß; Kirchengräber (1855-2000)
Grundriß der Kirche (1855) Richtung Osten und die Lage einzelner Kirchengräber (2000).  
     
Kirche; Innenraum-Süd (1873)
Kirche; Innenraum-Süd (1873)
Mittelschiff mit Bänken und südliches Seitenschiff mit bekreuztem Taufbecken, Skizze von Karl Haager.  
     
Kirche_Friedhof (1830)
Kirche_Friedhof (1830)
Mit dem Zeitpunkt der Pfarrerhebung am 08.09.1356 und der Loslösung von der Pfarre Penzing, war u.a. auch ein Begräbnisrecht verbunden. Es existierten zahlreiche Kirchengräber, die ältesten, im Bereich der "kleinen Chorquadratkirche" (errichtet vor 1330 ?) aus dem 14./15.Jhd. Der Friedhof um die Kirche dürfte Mitte des 14.Jhd. angelegt worden sein. Er war sehr dicht und in mehreren (Zeit-) Schichten belegt und wurde kurz nach 1811 für Neubelegungen (mit Ausnahmen) gesperrt; die ersten Bestattungen am neuen Friedhof fanden 1811 statt. Das Areal, mit verfallenden/ abgeräumten Grabstellen blieb noch bis zum Abbruch der alten Kirche 1887 (die neue Kirche war bereits 1882 eingeweiht worden) bestehen.  
     
Kirche_Friedhof (1878)
Kirche_Friedhof (1878)
Kirche von Südost, nach einer Tagebuch-Skizze von Karl Haager (1878). Der, zuletzt in Relation zum Kirchenschiff ungewöhnlich hohe Turm mußte 1864 wegen Einsturzgefahr teilweise abgetragen werden. Der umgebende Friedhof ist bereits aufgelassen/wird nicht mehr belegt. 
     

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Alle Beerdigungen Alter Hütteldorfer Friedhof, 14. Penzing, Wien, Wien, Österreich

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