Gedenktafeln

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Bad Aussee - Stadtuhr, von Lössl

Friedrich Ritter von Lössl (1817-1907)
"Erfinder des autodynamischen Uhrensystems"
Friedrich Ritter von Lössl war ein großzügiger Förderer des „Curortes Aussee“ (Kurort seit 17.7.1868). Als er im Jahre 1897 zur Gänze nach Aussee übersiedelte, machte er der Gemeinde diese von ihm erfundene autodynamische Monumentaluhr zum Geschenk. Dieses Wunderwerk der Technik ist die einzige Uhr ihrer Art, die noch existiert. Weitere vorhanden gewesene Lössl-Uhren in Paris, Triest, Hamburg, Wien, Linz und Marburg sind von der Bildfläche verschwunden.

„Bei diesem von Lössl erfundenen Uhrensystem ist ein exakter und gleichbleibender Gang möglich, wobei überdies das Aufziehen von Gewichten oder Federn durch Menschenkraft oder die künstliche Zuführung von elektrischen oder anderen Antriebskräften gänzlich entbehrlich gemacht ist, sodaß der Uhrgang nach seiner erstmaligen Richtigstellung endlos fortdauert und für alle Zeiten sich selbst überlassen werden kann. Die motorische Antriebsarbeit wird nämlich durch den natürlichen Wechsel der Temperatur und des Barometerstandes geleistet und diese Quelle von Kraft und Arbeit, die aus der umgebenden Atmosphäre entspringt, ist unversiegbar. Die Uhr ist in einem gußeisernen Gehäuse eingeschlossen, das samt Sockel sieben Meter hoch ist. Sie ist nach einem Entwurf des Vorstandes der Wiener Kunstererzgießerei, Prof. Pönninger, architektonisch ornamentiert und mit Bronzeanstrich versehen, besitzt vier weithin sichtbare Ziffernblätter und trägt auf ihrer obersten Spitze eine geflügelte Sanduhr. Das Eigengewicht der Gußeisentetle beträgt über eineinhalb Tonnen. Die Ziffernblätter sind mit dicken Glasplatten bedeckt, denn die Uhr funktioniert nur unter völligem Abschluß.“

Soweit die Chronik. Heute wird die Lössl-Uhr durch ein elektrisches Laufwerk angetrieben. Die Erschütterungen des vorbeifließenden Verkehrs
haben dem sensiblen Uhrwerk zu arg zugesetzt.

F. R. v. Lössl wurde in Weiler im Allgäu geboren, studierte an der Uni und Polytechnischen Hochschule in München, war bei der Planung und Trassierung europäischer Bahnlinien erfolgreich tätig, wobei er einer der ersten war, die mit Höhenschichtlinien arbeitete. Sein technisches Genie beschäftigte sich auch intensiv mit der Luftfahrt, wo seine Forschungen bahnbrechend wirkten.

In Bad Aussee erinnern noch seine Villa „Gentiana“ in der Bahnhofstraße 210 - die er 1890 erbaute und bis zu seinem Tod 1907 bewohnte - sowie die "Lössl-Promenade" - ebendort beginnend - an den großen Erfinder und Gönner von Bad Aussee.


Besitzer/QuelleHerbert Fischer
Datum5 Jun 2016

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