Hütteldorfer Friedhof (ehem.), 14. Penzing, Wien, Wien, Österreich


OpenStreetMap

Geographische Breite: 48.20234381200188, Geographische Länge: 16.256565749645233

Notizen:
Alter Hütteldorfer Friedhof bei der früheren Hütteldorfer Pfarrkirche (etwa Linzer Straße 460)

In "Die Denkmale der Stadt Wien" aus 1908 (https://archive.org/details/diedenkmalederst00tiet/page/84) ist auf Seite 84 zu lesen:

Pfarrkirche zum hl. Andreas.


[H. = Hütteldorf]
H. war ursprünglich von Penzing abhängig. Die erste Nachricht über die Pfarre und Kirche H. stammt aus dem Jahre 1356. „Wernhardus, magister foreste silve Wiennensis“ will in Erwägung, daß „villa et locus in Utelndorf ac plebs eusdem ab ipsa parrochiali ecclesia et matrice in Penzing“ so weit entfernt seien, daß die Teilnahme am Gottesdienste, die Ausspendung und der Empfang der Sakramente erschwert, ja während der Winterzeit und bei Unwetter nahezu unmöglich gemacht seien, „in predicta villa Utelndorf ecclesiam in honore sancti Andreae apostoli erigere ac deinceps parrochialem ecclesiam esse per se et matricem“; er will die Mutterkirche in Penzing entschädigen und der jeweilige Pfarrer von H. soll ihr jährlich als Zeichen „subjectionis restaurationis et recompensae“ sieben Pfund Wiener Pfennige überreichen. Die Pfarrkirche in H. soll in Zukunft als „matrix ac parrochialis ecclesia per se distincta" mit allen pfarrlichen Rechten ausgestattet sein (Q. G. S. W. I 3, Reg. 3145). 1365 stiftete Herzog Rudolf IV., an den alle Güter des vorerwähnten Forstmeisters Wernher von Ried laut seinem Testamente vom 25. Oktober 1362 gekommen waren (Lichnowsky IV Reg. 411), die fürstliche Propstei Allerheiligen bei St. Stephan und dotierte sie mit verschiedenen Gütern und unter anderem auch mit dem Präsentationsrechte der Pfarre H. (Lichnowsky IV Reg. 861). In den stürmischen Zeiten des XV. Jhs. litt auch die Pfarre. Aus ihrer Geschichte ist nur die Tätigkeit des Pfarrers Nikolaus Leitgeb, der den Pfarrhof umgestaltete, hervorzuheben (sein Grabstein von 1433 in der Pfarrkirche von Korneuburg). 1529 wurde die Kirche von den Türken zerstört. Während der Reformation scheint die Pfarre H. weniger zurückgegangen zu sein als andere der Gegend (Paletz a. a. O. 20 f.). 1683 wurde die Kirche wiederum zerstört. 1684 fand man zwischen H. und Baumgarten „ein Stuckh ohne Lavetten undt Rödter bei 6 oder 7 Centner schwähr"; daraus wurde eine Glocke für die Kirche gegossen (Reichsfinanzarchiv, Paletz a. a. O. 25). 1693 war man beschäftigt, die Kirche zu restaurieren; auch erhielt sie in diesem Jahre eine von Johann Sennep zu Emmersdorf verfertigte Orgel; 1754 wurden Kirche und Pfarrhof abermals restauriert. Die Kirche bestand, bis sie durch die 1881/82 gebaute neue Kirche ersetzt wurde. Nach Sacken (s. Literatur) war sie dreischiffig mit einfachen Strebepfeilern; in der südlichen Abteilung waren noch Reste des spätgotischen Netzgewölbes wahrnehmbar. Mehrere Objekte wurden in der neuen Kirche verwendet, das Tabernakel des Hochaltars, zwei Türen mit bemalten Füllungen, das Eisengitter des Sakramentshäuschens und die Sakristeiglocke kamen nach Maria Brunn.


Grabsteine

 Vorschaubild Beschreibung Status Ort Name (Verstorben/begraben)
Denis
Denis
Beschriftung der Epitaph-Tafel: HIC.TUMULUM.OPTAVI MICHAEL DENIS EXTINCTAE.S.I.SACERDOS A.CONSIL.ET. BIBLIOTHECA.AUGG.NATUS.SCHÄRDING AB A.MDCCXXIX.OBII VIENNAE. A.MDCCC.  
     
Denis
Denis
Johann Nepomuk Cosmas Michael Denis (geb. 27.09.1729 in Schärding/Bayern, gest. 29.09.1800 in Wien-Stadt); ab 1747 bis zur Aufhebung des Ordens 1773 Jesuit, Kustos der k.k.Hofbibliothek, Bibliograph, Übersetzer, Zoologe (Schmetterlingsammler/Erforscher der Schmetterlinge von Wien-Umgebung) und Dichter. Er verfasste (meist unter dem Pseudonym "Sined der Barde"; 'Sined' = Anagramm von 'Denis') lateinische und deutsche Lyrik, Schuldramen, deutsche Kirchenlieder (u.a. "Der Heiland ist erstanden") und Lehrbücher (u.a. das erste österreichische Lesebuch). Bekannt wurde er 1768/69 durch die deutsche Übersetzung der "Gedichte Ossians"/"Ossian und Sineds Lieder", angeblich Werke eines gälischen Barden, tatsächlich aber eine zeitgenössische Erfindung des Schotten James Macpherson. Die DENISGASSE in 1020 Wien ist seit 1874 nach ihm benannt.  
     
Denis (1800)
Denis (1800)
Eintragung in den Hütteldorfer Sterbematriken vom 29.09.1800: Michael Denis, Ex Jesuit, Kustos der k.k.Hofbibliothek, wirkl. Hofrath, verstorben in Wien-Stadt Nr.1109 (Dorotheergasse). Sein sterblichen Überreste wurden, da mit dem hiesigen Pfarrer Franz Xaver Muthsam (ebenfalls ein Ex Jesuit) eng befreundet und häufiger Gast in Hütteldorf, wunschgemäß hierher überführt und an der südlichen Kirchenmauer beigesetzt. 
     
Denis von Pilz, Michael (1729-1800)
Denis von Pilz, Michael (1729-1800)
Epitaph von Michael Denis von Pilz (1729-1800) an der Ostseite der neuen Hütteldorfer Pfarrkirche;
seine Grabstätte befand sich ursprünglich außen an der Südwand der alten Kirche.
Auf Initiative des 'Gremiums der Wiener Buchdrucker' wurde sie 1883 hierher übertragen. Seine noch auffindbaren sterblichen Überreste, inklusive zweier silberner Schuhschnallen, wurde in einer verzinnten Eisenkassette am Fuße der alten Grabplatte eingemauert. Darüber wurde eine (neu angefertigte) Medaillonbüste, ähnlich jener am alten Grabstein, angebracht. Die feierliche Enthüllung war am 16.09.1883.

Inschrift (vom Dichter selbst verfasst):
Hic tumulum optavi
Michael Denis
Extinctae S. J. sacerdos
A consil et bibliotheca. augg.
Natus Schardingae A MDCCXXIX
Obii Viennae A MDCCC


 
     
Friedhofsmauer
Friedhofsmauer
Errichtet Mitte des 14.Jhd.; Ausgrabung Mai 2000. 
     
Grabstätten(1882): Adam; Bergmann; Denis; Döglmann; Eglauer; Filepeckhin; Grechtler; Gruber geb. Raettich; Hagspüll; Harkhamer; Hoffstötter; Hölcher; Höleter
Grabstätten(1882): Adam; Bergmann; Denis; Döglmann; Eglauer; Filepeckhin; Grechtler; Gruber geb. Raettich; Hagspüll; Harkhamer; Hoffstötter; Hölcher; Höleter
Adam, Josef (geb. 05.09.1771, gest. 13.03.1800 in Wien-Stadt Nr. 541), Auditor des k.k. Infanterie-Regiments 'Erzherzog Josef'. Todesart: "Verwundung durch Feuergewehr". "Ward zu Mäzleinsdorf ordentlich begraben, aber nach 5 Monathen hierher zu abermaliger Beerdigung überbracht, mit Erlaubniß k.k.N.Oe.Regierung". Grab an der Kirchenmauer.

Bergmann, Ludwig (gest. 05.05.1801, 14 Jahre alt,), Bäckenlehrjunge in Wienn. Todesart: "niedergeführt, Landesgerichtl. beschaut". Grab an der Friedhofsmauer.

Denis, Michael (1729-1800), s.d.

Döglmann, Franz Peter (geb. 03.04.1687, gest. 22.04.1759 in Hütteldorf im 73. Lebensjahr), Müllermeister "auf der Gluttmühl alhier". Grab an der Friedhofsmauer.

Eglauer, Anton Josef (geb.12.06.1752 in Linz, gest. 22.04.1824 in Wien-Stadt Nr. 791), Weltpriester, Exjesuit. Er wurde am 25.04.1824 seitens der Pfarre St.Stephan nach Hütteldorf überführt und nachmittags vom hiesigen Cooperator (dem späteren Kardinal u. Erzbischof von Wien) Joseph Othmar von Rauscher (1797-1875), ausnahmsweise am bereits gesperrten Kirchhof, an der Friedhofsmauer beerdigt.

Filepeckhin, Maria Anna (gest. 21.10.1679, 12 Jahre alt). Grab an der Friedhofsmauer.

Grechtler, Johann Georg Freiherr von (1705-1780), s.d.

Gruber, Theresia geb. Raettich (gest. 14.08.1801 in Hütteldorf Nr. 40, 30 Jahre alt), Gattin des Ignatz Gruber k.k. Jäger. Todes Art: "an den Folgen einer schweren Geburt". Begraben am 15.08.1801 an der Friedhofsmauer.

Hagspüll, Johann (gest. 06.02.1731, 48 Jahre alt), "Gmain würth alhier 48 alt". Grab an der Friedhofsmauer.

Harkhamer, Christof (gest. 1638), "Beck". Grab an der Friedhofsmauer.

Hoffstötter, Matthias (gest. 1771), s.d.

Hölcher ("Höleter"), Sebastian (gest. 12.10.1703), "Praxator (Braumeister) hir". Grab außen an der Kirchenmauer. 
     
Grabstätten(1882): Kertenkalckh; Liechtenstein geb. von Sternberg; Maczab; Maczak; Mann; Marchsteiner; Mittmayer; Moor; Muthsam; Puchberg; Buchberg
Grabstätten(1882): Kertenkalckh; Liechtenstein geb. von Sternberg; Maczab; Maczak; Mann; Marchsteiner; Mittmayer; Moor; Muthsam; Puchberg; Buchberg
Kertenkalckh, Johann Michael (gest. 13.12.1704, 62 Jahre alt),"Venator (Jäger) hir". Grab an der Friedhofsmauer.

Liechtenstein, Maria Leopoldine Walburga Eva Fürstin von, geb. Reichsgräfin von Sternberg (1733-1809), s.d.

Maczab, Johann Kolumban (gest. 03.04.1783 in Hütteldorf Nr. 80, alt 58 Jahr) "gewester Chirurgius allhier". Grab außen an der Kirche.

Mann, Johann Cornelius (gest. 1717), Pfarrer in Hütteldorf. Seine Grabplatte war im Bereich des Presbyteriums (?) in den Boden eingelassen. Die Aufschrift lautete: Joannis Cornelii Mann, huius caesareae parochcchiae per viginti tres annos pastoris ossa hoi sub saxo sepulta iacent, pro quo viator per solve: Pater et Ave. Id est anno 1717.

Marchsteiner, Carl (gest.19.05.1771, alt 53 Jahr), "gewester Beckhenmeister" und
Marchsteiner, Andreas (gest.15.07.1767), Novize der Barnabiten. Grab an der Friedhofsmauer.

Lindmayer, fälschlich Mittmeyer, Wolfgang (gest.1679), Pfarrer zu Hütteldorf 1674-1679. Grabplatte (in einer 3er Gruppe) im Boden des Presbyterium.

Moor, Carl (1747-1802), s.d. und
Moor, Josefa (1754-1821), seine Gattin, im selben Grab außen an der Kirchenmauer.

Muthsam, Franz Xaver (geb. 1733, gest. 01.06.1801, 68 Jahre alt an "Entkräftung") Pfarrer zu Hütteldorf (1784-1801), Exjesuit, stiftete sein Vermögen dem Hütteldorfer Armeninstitut. Seine Grabstätte befand sich (wunschgemäß) vor der Kirchentür unter dem Flugdach. Die MUTHSAMGASSE in 1140 Wien-Breitensee ist seit 1906 nach ihm benannt.

Puchberg (Buchberg), Maximilian (gest. 22.02.1794, 34 Jahre alt an "bösartigen Fieber zu Wien Nro. 831") Priester an der "Erzbischöfl. Chur bey St. Stephan in Wien, mit allen Sakramenten in Wien versehen, und zur Beerdigung hierher gebracht". Bestattung am 24.02,1794 an der Friedhofsmauer.  
     
Grabstätten(1882): Rosler; Roessler geb. Wenger; Springer; Stadlerin; Stockhammer; Wahler; Wenger; Widemann; Willstockh; Zobel
Grabstätten(1882): Rosler; Roessler geb. Wenger; Springer; Stadlerin; Stockhammer; Wahler; Wenger; Widemann; Willstockh; Zobel
Rosler, Johann Florian Edler von (gest. 28.11.1805, alt 72), kaiserlicher Rath und Versatzamts-Director. Grab an der Friedhofsmauer.

Roessler, Marie Therese Edle von, geb. Wenger (gest. 28.09.1802, alt 72).Grab an der Friedhofsmauer.

Springer, Anton (gest. 31.03.1801, alt 64), gewester Ziergärtner. Grab "an der Mauer des Nebenhauses" (?).

Stadler(in), Marie (gest. 01.06.1746), gew. Bräumeisterin in Hütteldorf. Grab außen an der Kirche.

Stockhammer(n), Alois Graf (gest. 25.08.1809, 25 Jahre alt). Grab außen an der Kirche.

Stockhammer(n), Heinrich Graf (gest. 28.12.1809, 15 Jahre 7 Monate alt). Grab außen an der Kirche.

Wahler, Carl Joseph (1714-1772), Pfarrer in Hütteldorf (1757-1772), s.d.

Wenger, Anna geb. Nehammer (gest. 01.07.1808 in Wien-Stadt Nr. 898, Grünangergasse, 49 Jahre alt), "des H: Johann Wenger Hausinhaber und Herrschaftl. Geschäftsträger Gattin". Todesart: "Lungengeschwürn, zu Wienn beschaut und zur Beerdigung hirher gebracht worden." Grab außen an der Kirche.

Widemann (Widmanin), Maria Clara (gest. 01.09.1749 "zu Hietldorff, alt 62 Jahr), Witwe, s.d.

Willstockh (Wüllstockh), Anna Apolonia Franzisca von (geb.09.02.1705, gest.20.08.1723 "16 annorum, ex Hiedldorff"?), s.d.

Zobel, Michael (gest. 30.08.1805, alt 38 (40?) Jahr), "der Med: Doktor. als Hausarzt bey dr F: Gräfin F: ....... Todesart: "An den Folgen vonn heftigen Gehirnerschütterung". Grab an der Friedhofsmauer. 
     
Hochaltar; Tabernakel
Hochaltar; Tabernakel
Altarteil (Tabernakel) aus der alten Hütteldorfer Kirche (Bergmillerg. 1-3) in der Jubiläums Kirche der P.P. Trinitarier in der Leopoldsstadt nächst der Reichsbrücke (Mexikokirche); er soll sich heute in Wiener Neustadt befinden (?). 
     
Hochalter (1878)
Hochalter (1878)
Skizze des kompletten Hochaltares (1878) mit dem hl. Sebastian und hl. Rochus, von Karl Haager. Der Altar stammt aus der Karthause Gaming und gelangte im Zuge der Ordensaufhebung durch Joseph II. 1782 nach Hütteldorf. 
     
Hoffstötter (1771)
Hoffstötter (1771)
... Im ersten Travée des südl. Seitenschiffes sind 2 Grabsteine eingemauert, welche fast immer durch die für das hl. Grab bestimmten Requisiten verdeckt sind. Der erste Stein eine graue Sandsteinplatte (fast quadratisch) hat die Inschrift: "Matthias Hoffstötter Fleischakher Allhier". Die Inschrift des Todes 1771 ist in die vier Ecken verteilt. Unter der Inschrift ein Ochsenhörnerpaar ... 
     
Kirche (1810)
Kirche (1810)
Ausschnitt aus einem Reparaturplan der alten Pfarrkirche, Skizze vom Hütteldorfer Baumeister Matthäus Bohdal (im Besitz des Bezirksmuseum Penzing).  
     
Kirche (1855)
Kirche (1855)
Ausschnitt aus einem Reparaturplan der alten Pfarrkirche, Skizze vom Hütteldorfer Baumeister Matthäus Bohdal (im Besitz des Bezirksmuseum Penzing).  
     
Kirche und Friedhof (1878)
Kirche und Friedhof (1878)
Kirche von Südost, nach einer Tagebuch-Skizze von Karl Haager (1878). Der, zuletzt in Relation zum Kirchenschiff ungewöhnlich hohe Turm mußte 1864 wegen Einsturzgefahr teilweise abgetragen werden. Der umgebende Friedhof ist bereits aufgelassen/wird nicht mehr belegt. 
     
Kirche; Friedhof
Kirche; Friedhof
(Beschreibung von Karl Haager) "Dieses Gotteshaus hat, trotzdem es auf einem Angerschen Friedhof, ganz frei steht, doch durch die verhältnismäßig nahen Wohnhäuser und gewerblichen Anstalten eine fast beengte Lage, welche noch dadurch ausdrücklicher wird, daß die Kirche durchaus nicht imposant erscheint und mit einem niedrigen Turm abgeschlossen erscheint. Das wohl nach einem einheitlichen Plane erbaute Gotteshaus ist durch An- und Zubauten im Laufe der Zeiten sehr entstellt worden. - Bis auf eine vom Tor der die Kirche umgebenden Friedhofsmauer zum Kirchentor reichenden Überdachung steht jene ganz frei da. Die Richtung ist wohl gegen Ost, aber ohne genaue Orientierung; die Abweichung ist vielmehr O.S.O. Der die Kirche umgebende einstige Friedhof ist in unregelmäßiger Rechtecksform angelegt, mit einer ziemlich hohen Mauer umfangen und mit zwei Eingängen versehen. 
     
Kirche; Friedhof (1878)
Kirche; Friedhof (1878)
Skizze von Karl Haager. 
     
Kirche; Grundmauern; Kirchengräber (2000)
Kirche; Grundmauern; Kirchengräber (2000)
Standort: Bergmillergasse 1-3, gegen Osten. 
     
Kirche; Grundriß; Kirchengräber (1855-2000)
Kirche; Grundriß; Kirchengräber (1855-2000)
Grundriß der Kirche (1855) Richtung Osten und die Lage einzelner Kirchengräber (2000).  
     
Kirche; Innenraum-Süd (1873)
Kirche; Innenraum-Süd (1873)
Mittelschiff mit Bänken und südliches Seitenschiff mit bekreuztem Taufbecken, Skizze von Karl Haager.  
     
Kirche_Friedhof (1830)
Kirche_Friedhof (1830)
Mit dem Zeitpunkt der Pfarrerhebung am 08.09.1356 und der Loslösung von der Pfarre Penzing, war u.a. auch ein Begräbnisrecht verbunden. Es existierten zahlreiche Kirchengräber, die ältesten, im Bereich der "kleinen Chorquadratkirche" (errichtet vor 1330 ?) aus dem 14./15.Jhd. Der Friedhof um die Kirche dürfte Mitte des 14.Jhd. angelegt worden sein. Er war sehr dicht und in mehreren (Zeit-) Schichten belegt und wurde kurz nach 1811 für Neubelegungen (mit Ausnahmen) gesperrt; die ersten Bestattungen am neuen Friedhof fanden 1811 statt. Das Areal, mit verfallenden/ abgeräumten Grabstellen blieb noch bis zum Abbruch der alten Kirche 1887 (die neue Kirche war bereits 1882 eingeweiht worden) bestehen.  
     
Lindmayer; Mitt(er)meyer (1679); Wahler (1772)
Lindmayer; Mitt(er)meyer (1679); Wahler (1772)
...zwei Grabplatten, eine für Pfarrer C.J.Wahler +19/1.1772 und eine für Pfarrer Wolfgang Mittermeyer +1679.) An der Nordseite des Presbyteriums ist ein großer Honoratoren-Betstuhl (Barockformen) aufgestellt. ...("Mittermeyer" = recte Lindmayer) 
     
Mohr
Mohr
Dekorativer Grabstein (Zweitverwendung), heute im Grabsteinhain des neuen Friedhofes (Samptwandnerg.); Relief in Tiroler Marmor (150cm x 90cm), darstellend Christi Sieg über Tod und Teufel. Die oberen Eckfelder zeigen getrennt die Jahreszahl 16 - 79, ein Pestjahr. Dieser Stein stammt vermutlich vom alten Friedhof, die Marmortafel "Ruhestätte der Familie (Anton ?) Mohr" wurde "neu" (im 19.Jhd.) hinzugefügt. 
     
Priestergräber (2000)
Priestergräber (2000)
Vermutlich u.a. die Gräber der Geistlichen C.J. Wahler (+1772) und W. Mittmeyer (+1679) im Presbyterium.

lt. https://archive.org/details/regestenausdemk00stargoog/page/n159?q=h%C3%BCtteldorf und
https://archive.org/details/quellenzurgesch01wiengoog/page/n188?q=h%C3%BCtteldorf
Pfarrer zu Hütteldorf waren:
März 1602: Jakob Gramblinger
Juni 1610: Christof Polzmann
Sept 1613: Johann Leuthl
März 1615: Caspar Großspitz
Apr 1636: David Hayder
Feb 1639: Johann Preiß
Juni 1654: Kaspar Wibmer
Aug 1671: Christoph Abele von und zu Lilienberg
Sept 1680: Andreas Rudolphi
 
     
Steinpöck zu Edlau; Stainpöck
Steinpöck zu Edlau; Stainpöck
Grabplattenfragment (nach Restaurierung) mit "aufspringendem Steinbock, welcher sich auf dem gekr. Helme wachsend wiederholt"; ist, nach Meinung der "Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler" in Wien, das Wappen der uradeligen Familie Steinpöck, deren Stammhaus Steinbach bei Waldkirchen im Mühlviertel (OÖ) beheimatet war. Ulrich Stainböck zu Edlau war ab 1495 erster u. oberster Vogt und Lehensherr in Breitensee, ihm folgte Wolfgang Stainböck zu Edlau. Der Name "Stainb(p)öck" ist noch im 18.Jhd. in Hütteldorf nachweißbar.
Das restaurierte Fragment ist im Besitz des Bezirksmuseums Penzing. 
     
Steinpöck zu Edlau; Stainpöck
Steinpöck zu Edlau; Stainpöck
Grabplattenfragment (bei Auffindung, Mai 2000) mit Wappen der Familie Steinpöck/Stainböck zu Edlau, eingefügt in die Nordwand eines vorwiegend aus Ziegeln gemauerten Gruftraumes (Zweitverwendung) eines Geistlichen (vermutl. Bischof Breitenbucher, +1749) im Mittelschiff: ältester bekannter Bestattungshinweis. Das Fragment ist (seit 2000) im Besitz des Bezirksmuseums Penzing. 
     
von Grechtler (1780)
von Grechtler (1780)
... - Neben den Altar steht der Taufstein, eigent-lich ein großer hölzener Becher, dessen einfache Form einen Blecheinsatz für das Taufwasser enthält. Unfern davon ist an der Rückwand ein schönes Kunstwerk, das Grabdenkmal für J.G.Freiherrn v.Grechtler, angebracht. Dieses in den besten Formen der Empire hergestellte Epitaph (aus lichtgrauem Granit) gereicht der Kirche zu großer Zierde. 
     
von Grechtler (1780)
von Grechtler (1780)
Zwei in bronzenen Löwenköpfen endigend Konsolen tragen eine scharf profilierte acht eckige Platte, auf welcher eine große bronzene, urnenähnliche Vase steht, deren Vorderseite dn trauerndn Genius dr Liebe schmückt. Unten dr Platte ist eine große Bronzetafel dran halber-habene Inschrift folgendn, wirklich trefflichen Nachruf birgt: Ein edler Mann, der Gott von ganzem Herzen ehrte, Des Vaterlandes Wohl nach allen Kräften mehrte, Nie einen Leidnden verschmachten liess Und alle Menschen seine Brüder hiess; Gab seinen Staub voll Hoffnung dieser Gruft Bis am Vergeltungstag ihn die Posaune ruft. O Menschen lernt an diesem Stein: Die Tugend, Sie beglückt allein -.- Johann Georg, Freyherr von Grechtler, Ihro K.K.H.Majestät wirklicher geheimer Rath und Ober KriegsKom-missair. Ward geboren den 8 Aprill 1705. Starb am 1.sten Sept.1780. Des besten Vaters einziger Sohn, setzte dieses Denkmal seiner Liebe.
Das kulturhistorisch wertvolle Grab wurde nach einer „unverbürgten Überlieferung“, von einem „Altertumsvereine“ hinweggebracht und soll „jedenfalls in den Kunsthandel übergegangen“ sein (?).  
     
von Liechtenstein geb. von Sternberg
von Liechtenstein geb. von Sternberg
Leopoldine Fürstin von und zu Liechtenstein, geb. Reichsgräfin von Sternberg (geb. 11.11.1733 in Wien, gest. 27.06.1809 im Schloß Feldsberg/Südmähren).
Ihre sterblichen Überreste wurden wunschgemäß nicht in der Familiengruft in Wranau, sondern in Hütteldorf bestattet. Die seit 1781 verwitwete Fürstin hatte ihre letzten Lebensjahre hier bei ihrer jüngsten Tochter Marie Josephine von Esterhazy de Galantha (1765-1833) verbracht.
Ihre Grabstätte befand sich vor der Kirchentür unter dem Flugdach (die Grabplatte soll zuletzt „zertrümmert“ gewesen sein). Die sterbliche Überreste wurden in eine Gruft außen an der Westseite der neuen Kirche übertragen und ein Epitaph über dem Gruftdeckel angebracht. 
     
von Willstockh (1723)
von Willstockh (1723)
... An der linken Seite des Hauptschiffes ist zunächst am ersten Pfeiler aus weißgelbem Sand-stein (1 1/2m lang, 90cm breit) angebracht, welches mit seinen schönen Ornamenten u. Sockelbildung nach auf die besten Formen dr Baroke hinweist. Die Inschrift besagt, daß dieser Stein zum Andeken dr frl. Apollonia Franziska Willstockh (+20/8.1723) bestimt sei. Dabei ein schönes Wappen (springender Hirsch u. Adler) mit Helm u. ??.  
     
Wahler (1772)
Wahler (1772)
Vollständige Inschrift: -Oben ein Kelch- "Hic jacet A.R.Ex.ac spectabilis D.Carolus Josephus Wahler in antiquissima ac celeberima Universitate Viennensi artium liberalium et philosophiae Doctor,huiusque facultatis decanus emeritus, hac caes.Reg. Apost.Maj.parochiae Hütteldorff, Parochus vigilantissimus,Natus MDCCXIV.I.Novemb: Denatus MDCCLXXII.XIX.Jan aetatis an:LVIII Requiescat in pace." -Darunter ovales Bildmedaillon: Stilisierter menschlicher Schädel mit gebrochenen, gekreuzten Oberschenkelknochen-.
Die Grabplatte befand sich, neben anderen Priestergräbern, im Presbyterium in den Boden eingelassen und war zuletzt von Holzboden überdeckt; das Bruchstück befindet sich seit 1968 im Bezirksmuseum Penzing.  
     
Wernher der Schenk (1364)
Wernher der Schenk (1364)
... Zum Musik-chor führt eine hölzerne Stiege, welche in den ganz ummauerten und daher sehr dunklen 1. Joche des nördlichen Seitenschiffes angebracht ist. An der Wand eingemauert, (aber nur bei Kerzenlicht sichtbar) ist eine große Platte aus rotbraunem Marmor. Von der sehr beschädigten Umschrift in Minuskeln ist nur noch "Wernherus obiit judica ..." zu lesen. Im Bildfeld ist ein Wappen dessen obere Hälfte gegittert ist. (Wappen) Dies ist ziemlich sicher der Grabstein des Stifters der Kirche "Wernher der Schenk", +1364. (Es war geplant/wurde durchgeführt (?), dieses Teil am neuen Hütteldorfer Friedhof in die Friedhofsmauer sichtbar einzumauern; seit Abbruch der Kirche verschollen. Gerüchten nach wurde die Burg Kreuzenstein als mögliche neue Heimstätte dieses Teiles genannt. 
     
Widemann geb. Cahrin (1749)
Widemann geb. Cahrin (1749)
... Ferner befindet sich hier (im ersten Abschnitt des südl. Seitenschiffes) eine kleine Platte aus roten Marmor für "Maria Clara Widemann geb. Cahrin, gestorben 1/9 1749.
(Die Platte wurde zuletzt 1932, als Teil des Bodenpflasters, im Hofe des Hütteldorfer Pfarrhofes gesehen.) 
     
No Matches