Gundaker Dietrichstein, (Graf)

Gundaker Dietrichstein, (Graf)[1]

männlich 1623 - 1690  (67 Jahre)

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  • Name Gundaker Dietrichstein 
    Suffix (Graf) 
    Geboren 1623 
    Geschlecht männlich 
    Gestorben 25 Jan 1690 
    Personen-Kennung I310096  ADLER-Namensindex
    Zuletzt bearbeitet am 3 Mai 2014 

  • Fotos
    (15) 1658-1677: Gundaker Graf Dietrichstein (*1623, † 25. Jänner 1690)
    (15) 1658-1677: Gundaker Graf Dietrichstein (*1623, † 25. Jänner 1690)
    Oberststallmeister (Signatur G-171)
    Porträt nach einem in der k. k. Familien-Fideicommiss-Bibliothek befindlichen Kupferstiche von Cornelius Meyssens, Wien, nach einem Bilde von Bloem.

  • Notizen 
    • Das Haus Dietrichstein stammt von den Grafen von Zeltschach, Blutsverwandten der alten Herzoge in Kärnten, von denen ein Dietrich das nach ihm benannte Bergschloss Dietrichstein im 9. Jahrhundert erbaute und dessen Namen auf die Nachkommen als Familiennamen übertrug. Reinpertus Dietrichstein wird 1004 als Besitzer des heute in Trümmern liegenden Stammschlosses genannt. Von seinen Nachkommen wurde Pangraz, gestorben 1508, vom Kaiser Maximilian I. 1505 mit dem Erbmundschenkenamte des Herzogthums Kärnten belehnt und durch seine Söhne Franz und Sigmund der nähere Stammvater aller Sprossen des Hauses. 1514 wurden die Dietrichsteine in Niederösterreich als Landesmitglieder den Herrenstandsgeschlechtern einverleibt. Auf Grund eines Diploms des Kaisers Ferdinand II. vom 26. März 1621, durch welches dem Fürsten Franz von Dietrichstein, Cardinal und Bischof von Olmütz, der Reichsfürstenstand nebst dem Titel »Oheim des Kaisers«, sowie die Ermächtigung verliehen worden war, zu seinem Erben und Nachfolger einen der Grafen und Herren von Dietrichstein oder einen Ändern einzusetzen und demselben mit kaiserlicher Genehmigung den Fürstentitel mit allen Rechten und Vorzügen zu übertragen, übertrug Kaiser Franz Joseph durch Cabinetschreiben vom 23. December 1868 und Diplom vom 20. März 1869 auf den Grafen Alexander von Mensdorff-Pouilly, Gemahl der Gräfin Alexandrina, des verstorbenen Fürsten Joseph von Dietrichstein’s Tochter, den Titel »Fürst Dietrichstein zu Nikolsburg« als erblichen Titel in der männlichen Linie nach dem Rechte der Erstgeburt, so dass dem jeweiligen Chef dieses neuen Fürstenhauses das Recht auf Titel, Namen und Wappen eines Fürsten Dietrichstein zu Nikolsburg und Grafen Mensdorff-Pouilly zusteht.

      Gundaker Graf später Fürst Dietrichstein, Freiherr auf Hollenburg, Ritter des goldenen Vliesses, war 1623 geboren, trat zur katholischen Kirche über, widmete sich dem Staatsleben und fungirte wiederholt als Gesandter und kaiserlicher Minister. Im Jahre 1656, am 20. März, wurde er und sein Bruder Christian sammt ihrer Descendenz in den Grafenstand erhoben. Vom Jahre 1658 bis 1677 bekleidete er, nachdem er schon früher die Kämmerer- und Geheimrathswürde erhalten, die Stelle eines k. k. Oberststallmeisters.

      Am 15. April 1684 wurde er vom Kaiser Leopold I. in den Reichsfürstenstand erhoben und begüterte sich noch wreiter in Niederösterreich, wo er schon 1659 Merkenstein erworben hatte. Gundaker Graf Dietrichstein war zweimal verehelicht: zuerst mit Isabella Freiin von Questenberg und nach deren am 17. November 1685 erfolgten Tode das zweite Mal mit Maria Gräfin von Trautson. Nachdem beide Ehen kinderlos blieben, adoptirte er seinen Neffen Otto Ferdinand Thun von Dietrichstein, der sein Erbe wurde.

      Im Jahre 1690 begleitete er Kaiser Joseph I. zur Königswahl und Krönung nach Augsburg, erkrankte jedoch daselbst und starb am 25. Jänner desselben Jahres; sein Leichnam wurde nach Oberhollabrunn in Niederösterreich überführt und in der Gruft der Kapuzinerkirche daselbst, einer seiner Stiftungen, beigesetzt.

  • Quellen 
    1. [S20] ADLER-Archiv-G-171., Kaiserlich und königliches Oberststallmeisteramt, (Selbstverlag des kaiserlichen und königlichen Oberststallmeisteramtes), G-171..